wenn er menschlich ist; es ist genug wenn er Gefuehle hat; es ist genug, wenn er ein Herz
hat. Er soll nur zu sprechen wissen und auch, wann er still sein muss, vor allem muss er
hoeren koennen, was die Worte nicht sagen.
Er muss Gedichte moegen, die Morgenfruehe, die Voegel, die Sterne,
Er soll Liebe haben, eine grosse Liebe empfinden fuer jemanden, oder
sich verlassen fuehlen, wenn er diese Liebe nicht hat.
Er soll den Naechsten lieben und den Schmerz der Wanderer
respepktieren. Er soll Geheimnisse behalten koennen, ohne sich dafuer
opfern lassen.
Er braucht nicht der Erste sein, es ist auch nicht
unerlaesslich, das ser der Zweite ist.
Er kann schon betrogen worden sein, denn alle Freunde
sind mal betrogen worden.
Er braucht nicht rein sein, auch nicht ganz und gar
unrein; aber er soll nicht gewoehnlich sein.
Er soll ein Ziel haben und Angst davor, das ser es
verliert. Und falls es nicht so ist, soll er davon das grosse Vakuum fuehlen.
Er muss menschliche Schwingungen haben, sein wichtigstes Ziel ist es,
Freund zu sein. Er soll mit den traurigen Leuten Mitleid haben und
die grosse Leere der Einsiedler verstehen.
Er soll Kinder moegen und die beklagen, die nicht
geboren sind.
Man sucht ein Freund, der die selbe Gefuehle hat. Einer, der
Erschuettert ist, wenn man ihn als Freund ruft. Einer, der ueber
Einfache Sachen spricht: ueber den Tau, ueber die Regenfaelle und ueber
Kindheitserinnerungen.
Ich brauche einen Freund, damit ich nicht verrueckt werde. Zum erzaehlen,
was ich Scoenes oder Trauriges am Tag gesehen habe. Dass ich ueber
die Unruhigkeiten und die Erfuellungen rede, und ueber die Traeume und die
Realitaet rede.
Er soll leere Strassen, Wasserpfuetzen und nasse Wege entlang der
Strasse moegen. Er darf den Wald
nach dem Regen moegen und sich ins Gras zu legen
auch moegen. Ich brauche einen Freund, der mir sagt, das es
schon wert ist, weiter zu leben.
Nicht weil das Leben schoen ist, aber weil ich
schon ein Freund habe.
Ich brauche einen Freund, damit ich aufhoere zu weinen, damit ich
nicht mehr zurueckblicke auf verlassenen Erinnerungen,
einen Freund, der uns laechelnd oder traurig an die Schulter stoesst
und uns als Freund ruft, damit ich mir bewusst bin, dass ich
noch lebe.
Unbekannte Autor
(Tradução livre de Ellen Crista da Silva-2001)
